Treffen der Selbsthilfegruppen am 21. August 2025 in Arnstadt

SHG-Treffen 21.08.2025 Eindrücke von Gastgeber-SHG verfasst von Carmen Röser


Organisation des Sternentreffens und dessen Durchführung lagen ja mehrheitlich bei der SHG Hörgeschädigte Ilm-Kreis. Für zukünftige Treffen sollte diese Praxis fortgeführt werden, denn die Ortsansässigen kennen ihre Stadt oder den Zielort am besten. So war es nicht verwunderlich, dass es keine Diskrepanz zwischen Organisation und der eigentlichen Durchführung gab. Die Baustellen in der City waren da, zogen aber keine nennenswerten Laufzeit bzw. Fahrzeitverlängerung nach sich. Der Zeitplan konnte eingehalten werden.
So traf der Bus mit 23 Personen bei schönstem Sommerwetter vor dem Schlosspark ein. Die Gäste wurden von 6 Mitgliedern der Arnstädter SHG und der Vorsitzenden des Neideck-Vereins , Frau Schenk, im Hof des Gärtnerhauses herzlich begrüsst. Tische und Stühle inklusive mobiler Polsterung luden zum Platz nehmen ein. Detlev Schilling regte danach das Abhalten einer Gedenkminute für den verstorbenen Dr. Frey an. Es gab bei Kaffee, Holunderblütenwasser und kleinen selbst gebackenen Küchlein weitere Informationen zum Ablauf des Besuchstages. Frau Schenk führte die Truppe dann vor das Stadtmodell. Dieses Modell zeigt eine Stadtansicht um 1630. Vereinsmitglieder bauten sie in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit zu Beginn der 90iger Jahre auf. Um das Modell realistisch zu präsentieren, wurden auch sehr viele alte Dokumente studiert. . So konnte wir uns sogleich ein Bild von Arnstädter Zentrum mit seinen wichtigsten Sehenswürdigkeiten machen, ohne ein en Schritt vor die Tür zu gehen. Ein kleiner Rundgang durch die Ausstellungsräume mit Fundstücken des alten Schlosses endete den Besuch des Gärtnerhauses. Aber einige Gäste wollte noch hoch hinaus und erstiegen den Neideckturm. Andere spazierten entspannt über das Schlossgelände oder bestaunten die über 500 Jahre alte Blutbuche.

Pünktlich machten wir uns auf den Weg zur Bachkirche. Die wohl bekannteste Kirche der Stadt hat zwei spielbare Orgeln. Der Kantor Reddin bekam ein Mikrofon um eine behindertengerechte Ansage zu ermöglichen. Er spielte auf beiden Orgeln ausgewählte Musikstücke. Als Zugabe gab es ausführliche Informationen zu den beiden Instrumenten inklusive Klangbeispielen. Letzteres gefiel -glaube ich allen- besonders gut. Gegen 12.30 legten wir einen kurzen Fussweg vorbei am Bachdenkmal und Rathaus zum Busstandort zurück. Der Bus brachte uns ohne Umweg nehmen zu müssen zum Brauhaus an den südlichen Stadtrand. Das bestellte Mittagessen kam rasch und mundete wohl auch.

Nach Beendigung der Mittagspause mit Gedankenaustausch zur Selbsthilfe chauffierte uns der Busfahrer zum Neuen Palais, wo das Schlossmuseum heute seine Heimat hat. Eine Kurzeinführung zur Geschichte des Hauses und zu den permanenten Ausstellungen fand statt. Wieder barrierefrei. Die Museumsmitarbeiterin sprach sehr deutlich. Leider musste sie aber auch verkünden, dass bestimmte Ausstellungsbereiche wegen Umbau und Renovierung für Besucher nicht zugänglich sind.
Die weltbekannte Puppenausstellung «Mon Plaisire» z.B. konnten wir nicht besichtigen. Als Ersatz wurden Restaurationsbeispiele von Puppen und Puppenhäusern gezeigt. Trotzdem konnten wir uns das höfische Leben und den einfachen Alltag der Bedientesten vorstellen. Leider setzte sich auch der Lift nicht in Bewegung, obwohl er von außen als «fertig» erkannt wurde. So mussten wir viele Treppen steigen, um die Bachausstellung und das Porzellan- und Glaskabinett zu besichtigen. Auch die hochinteressante Sonderausstellung « Die Marlitt aus Arnstadt in die Welt» erforderte eine gewisse Fitness. Zum Abschluss gab es ein gemeinsames Kaffeetrinken im Restaurant «Burgkeller». Wir hatten den Saal für uns und konnten ungezwungen plaudern. Das Team des Restaurants hatte uns extra Kuchen gebacken und schenkte auch gerne Kaffee nach. Danach war die Zeit des Abschieds gekommen. Nach einigen Dankesworten von Detlev Schilling verabschiedeten die Arnstädter SHGler ,die den ganzen Tag dabei waren, die Gäste. Unser Fazit: es war ein wunderschöner Tag. Wir Arnstädter haben uns Zeit genommen einige Schönheiten des ältesten urkundlich erwähnten Ortes Thüringens zu zeigen und konnten den Tag auch selbst geniessen.

Text: Carmen Röser

Fotos: Lutz Krause